Am Ende gewinnen die Guten

  • 31.08.2026

Beim Ferienprojekt der Ev. Kirchengemeinde Kaarst in Holzbüttgen haben Rapunzel, der Haha-Hahn und Lebkuchenmann ihren großen Auftritt.

Das Jugendzentrum an der Lukaskirche in Holzbüttgen wird in diesen Tagen zum Märchenreich. In einem Raum erhalten fantasievoll gestaltete Köpfe aus Ton lange Haare, Kronen und Zauberhüte. An einem Tisch im Garten werden an den Köpfen bunte Gewänder aus Stoff befestigt. Fertig sind die Handpuppen, die von den Kindern, die am Ferienprojekt teilnehmen, schon mal in spontan erdachten Szenen eingesetzt werden. Im Büro sitzt Jugendleiterin Christiane Wünsche mit zwei Kindern am Laptop. Sie erfinden gemeinsam eine spannende Geschichte, in der all die vielen Märchenfiguren eine Rolle spielen.

Fünf Tage dauert das Ferienprojekt. Am Ende der Woche können die Familien der teilnehmenden Kinder sich dann in die Märchenwelt versetzen lassen, Handpuppen und Kulissen bewundern und sich vom selbst geschriebenen Stück gefangen nehmen lassen. So viel darf man spoilern: Am Ende gewinnen die Guten. „Das war den Kindern von Anfang an wichtig“, sagt Christiane Wünsche, die mit den Kindern zu Beginn des Projekts auch die Botschaften des Stücks erarbeitet hat. „Die Kinder wollten gern ein Stück mit den Botschaften `Gemeinsam sind wir stark´ und `Schön, dass wir verschieden sind´“, sagt die Jugendleiterin, die nicht nur weiß, wie man ein Stück fürs Puppentheater schreibt, sondern auch als Autorin von Krimis und Familienromanen erfolgreich ist.

In der Ev. Kirchengemeinde Kaarst sind Ferienaktionen ein wichtiges Standbein der Kinder- und Jugendarbeit, aber das Handspielpuppen-Angebot fällt aus dem Rahmen, da es keine Tagesbetreuung bietet, sondern bewusst als Projekt angelegt ist. Von 11 bis 15 Uhr fünf Tage lang werden Puppen gebastelt, Kulissen gestaltet und Geschichten erfunden. Daneben ist aber auch noch genügend Zeit zum Spielen, Backen und für Besuche auf der nahegelegenen Freizeitanlage. Zwanzig Kinder machen begeistert beim Projekt mit, unterstützt von acht jungen Ehrenamtlichen. Die jungen Betreuerinnen helfen beim Basteln der Kronen, übernehmen die Arbeit mit der Heißklebepistole und haben die Jüngeren im Auge. Lisa ist bereits zum dritten Mal als Betreuerin dabei. „Das macht viel Spaß und ich lerne auch viel dabei“, sagt sie, während sie eine Krone für eine Königinnenpuppe zusammenklebt. „Ich will später Kindergärtnerin werden.“

Während die Handspielpuppen schon weitgehend fertig sind, wird an der Geschichte noch gearbeitet. Klar ist schon, dass die Hexe im Märchenreich alle dazu zwingen will, die gleiche Haarfarbe zu haben und das gleiche Lied zu singen. „Die Kinder wollen dann am Schluss noch eine Demo haben, dafür brauchen wir noch Plakate, die die Puppen hochhalten können“, sagt Christiane Wünsche. Es ist noch einiges zu tun bis zur Aufführung, aber eins ist sicher: das Stück wird packend. „Das ist so spannend“, sagt Louis mit glänzenden Augen.

  • Angela Rietdorf
  • Angela Rietdorf