Der ganze Beitrag zum Nachlesen:
Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Morgen jährt sich dieser Tag. Über fünfzig Millionen Menschen sind gestorben, ein Kontinent in Trümmern. Dieser Krieg fiel nicht vom Himmel. Er wurde über Jahre vorbereitet, mit Worten und mit Menschen, die wegschauten oder mitmachten.
Dr. Martin Luther King hat einen Satz gesagt, an den ich oft denken muss in letzter Zeit: „Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.“
Ich merke, wie in unserem Land der Ton wieder rauer wird. Wie Stimmen lauter werden, die Menschen nach Herkunft sortieren und manche für weniger wert erklären. Und ich merke, wie viele lieber leise bleiben. Weil es unbequem ist. Weil man sich raushalten will.
Selbst die Kirche hat schon einmal geschwiegen, als es darauf ankam. Das darf nicht noch einmal passieren. Neutralität klingt vornehm, aber sie hilft am Ende denen, die viel Macht haben.
Partei ergreifen heißt für mich, mich an die Seite der Menschen zu stellen, deren Würde gerade verhandelt wird. Weniger Schweigen. Mehr Haltung. Das nehme ich mit in dieser Woche.
