Claudia Rohlfing ist dreifache Mutter und Referentin für Kindergottesdienst im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. Sie sagt: Ob ein Kind gerne in die Schule geht, hat auch was mit dem Mindset der Eltern zu tun: „Dass ich mir selber bewusst mache, wie ICH über Schule rede, und das sollte nicht negativ sein.“ Ihr zweiter Tipp: Wenn die Kinder nach der Schule nach Hause kommen, eine gute Gesprächsatmosphäre schaffen. Die erste Frage sollte nicht sein „Welche Hausaufgaben hast du auf?“, sondern „Was hat dir Freude gemacht? Was ist blöd gewesen?“ Und da wirklich aufmerksam zuhören. So signalisieren Eltern: „Mich interessiert, wie es dir geht – nicht nur, was du geleistet hast.“
Daneben geht es in der Schule aber natürlich auch um Leistung und gute Noten. Wenn das Kind einen Vokabeltest mit einer 4- nach Hause bringt, dann – so Claudia Rohlfing – sei auf Elternseite die richtige Perspektive gefragt: „Wie gehe ich als Elternteil mit einer erbrachten Leistung um? Leg ich den Blick auf die fünf Worte, die rot markiert sind oder auf die zehn Worte, die richtig waren? Und dann kann ich mit dem Kind gemeinsam überlegen: Welche Lernstrategie brauchst du beim nächsten Mal? Wie kann ich dir helfen, damit du noch mal besser ins Vokabellernen hineinkommst?“
Hellhörig werden
Wenn ein Kind sagt: „Ich will nicht in die Schule“, sollten Eltern hellhörig werden und das nicht gleich als pure Unlust abtun. Denn hinter dem Satz könnte ein echtes Problem stecken, vor allem dann, wenn er z.B. von Schlafproblemen, Bauch- oder Kopfschmerzen begleitet wird: Streit mit Freunden, Angst vor einer Lehrkraft, Überforderung, Mobbing, Leistungsdruck oder schlicht die Schwierigkeit, nach den Ferien wieder hineinzufinden. Das gilt es vorsichtig herauszufinden, etwa mit der Frage „Was genau macht dir daran gerade keine Lust?“ – Und dann zuhören, ohne sofort zu bewerten oder eine Lösung zu präsentieren.
In den Ferien haben sich die Kinder (hoffentlich) gut erholt. Aber auch im Schulalltag sind Entspannung und Pausen wichtig. Schule ist nicht alles. Kinder brauchen auch Zeit für anderes: Freunde treffen, Sport, Musik, Spielen, draußen sein, Lesen, Familienzeit – solche Dinge geben Energie und Selbstvertrauen. Ein komplett durchgetakteter Nachmittag aus Schule, Nachhilfe und Hausaufgaben kann die Abneigung gegen Schule sogar verstärken.
Und schließlich können Eltern auch ganz praktisch dafür sorgen, dass der Schulstart nach den Ferien gelingt – zum Beispiel indem sie die Schlafenszeiten der Kinder wieder schrittweise an den Alltag anpassen, denn ausgeschlafene Kinder haben erheblich bessere Voraussetzungen für einen guten Schultag. Auch hilft es, wenn der Ranzen schon am Vorabend gepackt und die Kleidung für den nächste Tag schon rausgelegt wird, morgendlichen Stress zu vermeiden.
